Wechselwirkung im Forder

Forder in der Grundschule

Heute hat der Forderunterricht einmal wieder mehr gezeigt, wie wichtig er ist und auf wie viele Arten er wirkt.

Ein kleiner Einblick in eine Forderstunde und die Auswirkungen der zwei Jungen aus einer dritten Klasse.

Heute habe auch diese Jungen die Lebenskarten erhalten und wie erwartet ganz anders damit gearbeitet als die Gruppe vor ihnen, als auch die der letzten Woche.

Die beiden Jungen haben jeweils etwa 25 Karten bekommen und sollten eine für sich passende herausfinden. Ja – wieder nur eine. Langsam haben sie sich konzentriert immer weiter durchgearbeitet. Erst hatten sie acht aussortiert und dann wurden es stetig weniger.

Es gab Fragen zur Bedeutung. Immer wieder erstaunlich, welcher Tiefgang schon in jungen Jahren erreicht wird. Am Ende hatte jeder eine Karte. Sie durften sie abschreiben und auf einem farbigen Blatt gestalten. Die gesamte Zeit haben sie konzentriert über die Inhalte nachgedacht und gemeinsam haben wir uns ausgetauscht. „Das ist richtig anstrengend!“, das war dann auch eine der Aussagen. Eine Unterbrechung war nicht gefordert oder gar als Option formuliert bzw. gezeigt.

Auswirkungen auf die Klasse

Zwei Schüler hatten eine große Herausforderung für sich zu bewältigen, aber was passierte in der Zwischenzeit mit der Klasse?

Die Klassenlehrerin hatte geschickt geplant und die aktuelle Gruppenarbeitsphase in die „Forderstunde“ gelegt. Was passierte mit den Gruppen?

In einer Gruppe fehlte der Leistungsträger auf den sich alle verlassen. Sie müssen selbst überlegen. Eigene Lösungen mussten gefunden werden. Die „Führungsposition“ war neu zu besetzen und Kompetenzen der anderen TeilehmerInnen der Gruppe plötzlich ganz anders gefragt, sogar notwendig!

Eine andere Gruppe arbeitete konzentriert und wurde fertig. Sie bekamen eine besondere Aufmerksamkeit, intensives Lob und Anerkennung für die Leistung. Das war gut für deren Selbstbewusstsein. Endlich konnten auch sie einmal eine herausragende Leistung zeigen.

In der Gesamtheit hat die gesamte Klasse profitiert. Die Forderkinder konnten ihre Kompetenzen spüren und ein neue Herausforderung meistern, die anderen bekamen einen anderen Platz und hatten die Chance einer anderen Selbstwahrnehmung der eigenen Fähigkeiten.

Impuls

Wie weitreichend verschiedene kleine Impulse auf Schülerinnen und Schüler wirken, habe ich im letzten Jahr zusammengefasst.

Der AOL-Verlag ist ein spezieller Verlag für Pädagogen. Dieser Verlag hat sich entschieden, einen Ratgeber mit meiner Sichtweise zu veröffentlichen. Eine besondere Auszeichnung.

Schade, das Beispiel von heute hätte ich naträglich gern dort notiert.