Online-Symposium Begabungsförderung: Selbstreguliertes Lernen.

Lerntechniken und das gute Gefühl unterstützen zum Lernerfolg

Selbst reguliertes Lernen
Online-Symposium Begabungsförderung: Selbstreguliertes Lernen. Sich selbst regulieren und mit dem guten Gefühl Ziele erreichen.

Das 5. Online-Symposium Begabungsförderung fand am 26.03.2021 statt.  Die landesweite Beratungs- und Forschungsstelle für Hochbegabung der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg ist Talent-Center und führt gemeinsam mit den Talent Points diese Veranstaltung durch.

Sich selbst regulieren → Zum Lernerfolg mit dem guten Gefühl und der passenden Technik. 

Etwa 190 Eltern, Pädagogen und Berater waren online dabei. Das European Talent Support Network (ETSN) steht für Austausch und Unterstützung sowie Netzwerkarbeit. Das Talent Center South lebt diesen Gedanken und bringt Menschen zusammen um voneinander zu profitieren. 

Prof. Dr. Dr. Albert Ziegler hat in das Thema eingeführt und Stefanie Obergrießer ein Training ausführlich vorgestellt. 

Unsere Perspektive war die Vorstufe vor dem Training und somit die Erklärung warum nicht jedes Training funktioniert. Gefühle wirken sich auch auf Lernstrategien aus.  

Selbstreguliertes Lernen

Prof. Dr. Dr. Albert Ziegler (South German Talent Centre, Universität Erlangen-Nürnberg) stellte einige zum Thema passende wissenschaftliche Erkenntnisse vor:

  • Selbstreguliertes Lernen ist ein Training und somit ein Prozess der über Jahre angelegt ist.
  • Es entsteht ein vielfaches an Lerngewinn durch Training und Technik.
  • Schlafverhalten: nach hoher Konzentration und Fokussierung schlafen. (Nachmittags und nachts)
  • Lernstrategien sind nur sinnvoll, wenn sie selbstregulierend eingesetzt werden können.
  • Training beinhaltet verschiedene Stufen: Selbsteinschätzung, Lernziel, Strategische Planung, Strategieanwendung und Strategiementoring sowie anschließender eigener Bewertung des Ergebnisses. – Nicht nur für Kinder und Jugendliche! Auch Erwachsene profitieren davon. 
  • Anwendung der verschiedenen Techniken ist  hoch individuell.
  • Emotionen haben Auswirkungen auf die Anwendung von Techniken und Lernerfolg.
Es gab noch sehr viele weitere sehr wichtige Impulse, als kurze Idee sollte diese Aufstellung reichen. 

Gelingen von Achievern und Underachievern. Ein Trainingsprogramm

Stefanie Obergrießer (South German Talent Centre, Universität Regensburg) stellte in ihrem Beitrag ausführlich eine Technik vor. Lerntechniken helfen Lernstrategien zu erwerben und für sich zu nutzen. 

Das „Kennen“ von sinnvollen Strategien reicht nicht aus! Gerade Underachiever kennen Techniken, setzen sie jedoch nicht ein. Somit bleibt der Nutzen unerkannt und wirkt nicht zum Lernerfolg. 

Lernzyklus und Lernplanung – also die Anwendung bringen langfristig die Wende zu mehr Schulerfolg. 

Ziegler und Obergrießer weisen übereinstimmend darauf hin, dass die Anwendung permanent erfolgen muss. Es reicht nicht einmalig ein Training zu absolvieren, das erworbene „Handwerkzeug“ muss auch benutzt werden. Andernfalls lässt der Effekt nach und ist nach sechs Monaten nicht mehr nachweisbar. 

Sich selbst regulieren: lernen mit dem guten Gefühl.

Eigene Gefühle können dir Flügel verleihen oder der größte Hemmschuh sein.

Lernen kann als angenehm und passend empfunden werden, dann passt es in der Regel mit den Lerntechniken und auch der Lernleistung. Das Lernen kann selbst reguliert werden.

 

Manchmal ist jedoch Lernen nicht positiv besetzt. Was dann? Alle Systeme auf stopp. So gelingt es nicht, selbst mit der richtigen Technik nicht.

Unsere Erfahrung zeigt: Kopf und Bauch müssen zusammen arbeiten. Oder fachlicher ausgedrückt: Emotionen sind große Unterstützer, oder eben nicht. Kognitive Ziele erreichen wir langfristig leichter und zuverlässiger, wenn Emotionen und Ziel zusammen passen.  

 

In dem Beitrag stelle ich unsere Arbeitsweise vor. Für alle die beim Symposium nicht dabei waren. 

Lernkompetenz

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Lernkompetenz - so ticke ich!

Für Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren nutzen wir die Diagnostik Lernkompetenz. Sie hilft unbewusste Gefühle aufzudecken und individuelle Begleitung von Eltern und Pädagogen zu ermöglichen.

Häufig bringt diese Diagnostik einen anderen Blick auf die Stärken den Kindes. 

Die Diagnostik zeigt uns ebenfalls, ob Druck und Belastung aktuell zu hoch oder niedrig empfunden wird. Beides wirkt sich grundlegend aus und muss berücksichtigt werden. Außerdem können wir erkennen, welche Systeme das Kind beim Lernen bevorzugt. Also eher Struktur, Details, Freude oder Gelassenheit – die Begleitung verändert sich grundlegend. 

Nicht zu vergessen, welcher Stellenwert haben Beziehungen, Leistung und Einfluss sowie Freiheitsempfinden? Es kommen weitere Punkte hinzu und ergeben ein gutes Bild. Im Gespräch schauen wir immer, was tut dir gut. Mit den Eltern überlegen wir gemeinsam, was könnten nächste Schritte sein? Welche Unterstützung ist sinnvoll? Was könnten Lehrer:innen tun? Braucht es ein Training für das Kind? Falls ja, was eignet sich im ersten Schritt?

Eine Diagnostik – eine Grundlage für Antworten.