Forder

von Claudia Völkening

in der Grundschule

Ein Blick in eine Gruppe

Heute ist eine besondere Forderstunde. Keine Herausforderung wie Scratch oder Präsentation erstellen. Jeder soll etwas über sich herausfinden.

Ich habe aus der Praxis Karten als Gesprächsanlässe mitgenommen. Jeder der vier Jungen einer vierten Klasse, sollte ein passende aussuchen. Auf die Frage: "Welche?" gibt es nur eine vage Antwort: "Die, die zu Dir passt."

Es ist ganz ruhig, sie lesen und legen zur Seite.

- "Gehen auch mehrere?" - "Nein."

Sie lesen, sortieren und entscheiden am Ende.

Auseinandersetzung mit sich Selbst

Jeder erzählt etwas über seine Karte.

  • "Das ist so wie bei mir. Manchmal denke ich auch darüber nach, was vorbei ist. Aber das kann ich nicht ändern. Manchmal würde ich es gern besser machen. Das geht aber nicht mehr..."
  • "Das ist so wie bei mir! Meine Karte ist so ähnlich! Schau mal. Ich kann das nur jetzt anders machen. Manchmal finde ich das nicht gut, was ich gemacht habe..."
  • "Ich bin ja wie ich bin. Wäre ich anders, würde ich ja auch ganz andere Sachen gerne machen! Mein Hobby zum Beispiel. Ich würde dann anders sein und einen anderen Sport gut finden..."

Ein Junge erzählt sehr eindrücklich und bildlich von seiner Karte: "Die hat eine Verbindung zu mir aufgenommen. Das ist so ein Bogen zwischen mir und der Karte. Wie ein Regenbogen in vielen bunten Farben, die uns verbinden. - Das passt einfach. Ich fühle das ganz deutlich."

Am Ende wollte sie alle kreativ arbeiten. Der Text sollte notiert werden, ein Bild dazu gestaltet sein und eine eigene Umsetzung geben. Dabei kamen sie weiter über die Karten ins Gespräch und wie sehr sie ausdrücken, was sie fühlen. Tolle Kinder!

Wenn ich in einer "neuen" Schule vom Forder spreche, dann haben die Pädagogen sehr unterschiedliche Bilder im Kopf. Einige fragen nach dem Forderheft, andere nach komplizierten Projekten und wieder andere gehen zwingend davon aus, dass es sich vornehmlich um schwierige mathematische Aufgaben handeln muss.

Forder ist für mich niemals ein "Forderheft" sondern immer eine individuelle Herausforderung, die Anstrengungsbereitschaft und Einsatz sowie Durchhaltevermögen schult. Zusätzlich werden natürlich diverse andere Techniken erworben, aber gerade die persönlichen Stärken liegen mir immer sehr am Herzen. Weitere Techniken finden Sie hier.

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